Das Wichtigste in Kürze
- Formschnitt ist ganzjährig erlaubt, starker Rückschnitt nur von Oktober bis Februar.
- Zwei Schnitte im Jahr, Ende Juni und September, halten die meisten Hecken in Form.
- Immer trapezförmig schneiden, unten breiter als oben, sonst verkahlt die Hecke von unten.
- Vor jedem Schnitt in die Hecke schauen: Ein besetztes Nest hat Vorrang.
Was das Gesetz sagt
Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz dürfen Hecken, Gebüsche und Bäume vom 1. März bis 30. September nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden. Der Grund ist die Brutzeit der Vögel. Erlaubt bleiben in dieser Zeit schonende Form- und Pflegeschnitte, also das Abschneiden des Jahreszuwachses, sowie Maßnahmen zur Verkehrssicherung. Wer im Mai eine Hecke um die Hälfte kürzt, riskiert ein Bußgeld. Wer im Mai den Austrieb zehn Zentimeter zurückschneidet, handelt korrekt, solange kein Vogel darin brütet.
Deshalb gilt bei uns vor jedem Schnitt: Hecke absuchen. Sitzt ein Nest drin, wird der Abschnitt ausgelassen und in ein paar Wochen nachgeholt.
Die richtigen Zeitpunkte
| Schnitt | Wann | Wofür |
|---|---|---|
| Erster Formschnitt | Ende Juni, nach dem Johannistrieb | Alle Formhecken: Hainbuche, Liguster, Kirschlorbeer, Thuja, Eibe, Buche |
| Zweiter Formschnitt | Anfang bis Mitte September | Sauberer Abschluss vor dem Winter, Zuwachs bleibt bis zum Frühjahr flach |
| Starker Rückschnitt, Verjüngung | Oktober bis Februar, frostfrei | Zu breite oder zu hohe Hecken, verkahlte Laubhecken |
| Blütenhecken | direkt nach der Blüte | Forsythie, Weigelie, Deutzie: schneiden, bevor die Knospen fürs nächste Jahr entstehen |
Nicht schneiden bei über 28 Grad und praller Sonne, die frischen Schnittflächen verbrennen. Und nicht bei Frost, dann reißen die Zweige.
So wird die Hecke dicht statt kahl
- Trapezform. Unten breiter als oben. Nur so bekommen die unteren Zweige Licht. Eine Hecke, die oben breiter ist, verkahlt in wenigen Jahren von unten.
- Schnur spannen. Für die Oberkante eine Schnur, für die Seiten ein Auge und regelmäßig Abstand nehmen. Freihand wird es krumm.
- Nicht ins alte Holz bei Nadelgehölzen. Thuja, Scheinzypresse und die meisten Koniferen treiben aus altem, braunem Holz nicht mehr aus. Da bleibt ein Loch für immer. Eibe ist die Ausnahme.
- Laubhecken vertragen viel. Hainbuche, Buche, Liguster, Feldahorn und Kirschlorbeer lassen sich im Winter auch stark zurücksetzen und treiben wieder durch.
- Scharfes Werkzeug. Stumpfe Heckenscheren quetschen, die Schnittstellen werden braun. Bei Kirschlorbeer mit großen Blättern lieber mit der Handschere, sonst sieht die Hecke nach dem Schnitt zerfetzt aus.
Verjüngung: Wenn die Hecke zu groß geworden ist
Eine Hecke, die jedes Jahr fünf Zentimeter breiter geworden ist, frisst nach zehn Jahren einen halben Meter Garten. Laubhecken lassen sich im Winter radikal zurücksetzen: eine Seite in diesem Jahr, die andere im nächsten, damit die Hecke nie ganz kahl ist. Nach zwei bis drei Jahren ist sie wieder dicht, nur schmaler. Bei Thuja und anderen Koniferen geht das nicht. Da hilft nur Kürzen in der Höhe und, wenn sie zu breit ist, der Ersatz.
Wohin mit dem Schnittgut
Bei einer 20-Meter-Hecke fallen schnell zwei Kubikmeter Schnitt an. Kleine Mengen kommen in die Biotonne, größere häckseln wir vor Ort und nehmen sie mit. Kirschlorbeer und Thuja gehören nicht auf den Kompost, sie verrotten schlecht und Thuja enthält Giftstoffe.
Hecke schneiden lassen?
Hoch, lang oder einfach keine Lust: Wir schneiden Hecken jeder Größe, auch mit Hubarbeitsbühne, und nehmen das Schnittgut mit. Im Pflege-Abo sind beide Formschnitte fest eingeplant, Sie müssen an nichts denken.
Häufige Fragen
Darf ich meine Hecke im Sommer schneiden?
Ja, als Formschnitt: den Zuwachs des Jahres abschneiden. Nicht erlaubt ist von März bis September ein starker Rückschnitt oder das Entfernen der Hecke. Vorher immer nach Nestern schauen.
Wie hoch darf eine Hecke zum Nachbarn sein?
In Baden-Württemberg regelt das Nachbarrechtsgesetz Grenzabstände nach Heckenhöhe: bis 1,80 m Höhe 50 cm Abstand, darüber mehr. Bei Streit hilft ein Blick ins Gesetz oder ein Gespräch, bevor die Hecke gepflanzt wird.
Wie oft muss Kirschlorbeer geschnitten werden?
Ein- bis zweimal im Jahr, Ende Juni und September. Kirschlorbeer wächst stark und wird schnell zu breit. Mit der Handschere schneiden, damit die großen Blätter nicht zerfetzt werden.
Meine Thuja ist unten braun, was tun?
Braune Stellen an Thuja treiben nicht wieder aus. Bei kleinen Löchern lassen sich Nachbarzweige anbinden, bei großen hilft nur Ersatz. Vorbeugen durch Trapezschnitt und Wässern in trockenen Sommern.

